Als ich etwa fünf Jahre alt war, veränderte ein einfacher Moment den Verlauf meines Lebens.
Der verstorbene Meme Dieter bemerkte ein kleines Mädchen, das seiner Tante überall auf dem
Schulgelände folgte. Dieses kleine Mädchen war ich. Als er meine Situation sah, sprach er mit
meiner Tante und sagte ihr, dass er meine Ausbildung unterstützen würde, wenn sie bereit
wäre, mich zusammen mit einem anderen Kind in ein Internat zu schicken. Kurz darauf stellte er
mich einer freundlichen Frau vor, die sich bereit erklärte, meine Patin zu werden und
Verantwortung für meine Zukunft zu übernehmen.
Mein Name ist Ugyen Palmo.
Ich war zu jung, um mich deutlich an ihr Gesicht zu erinnern, aber jedes Jahr zu Weihnachten
tauschten wir Briefe aus. Ich schrieb ihr über mein Schulleben in Nepal – über meinen
Unterricht, Prüfungen und kleine Erfolge – und sie antwortete mir mit Ermutigung und Fürsorge.
Durch ihre Unterstützung konnte ich meine Grund- und Mittelschulbildung in Nepal abschließen,
ohne die ständige Sorge, die finanzielle Unsicherheit oft mit sich bringt.
Nach der Mittelschule führte mich mein Weg nach Indien, wo ich sowohl die Highschool als
auch mein Bachelorstudium abschloss. Obwohl ich später Stipendien für meine Ausbildung
erhielt, unterstützte mich meine Patin weiterhin auf vielfältige Weise, besonders bei den kleinen,
aber wichtigen Ausgaben, die Stipendien oft nicht abdecken. Als ich älter wurde, wurde unser
Kontakt häufiger, und unsere Beziehung vertiefte sich zu einer wirklich elternähnlichen Bindung.
Im Jahr 2023 wurde ich an einer Universität in Japan mit einem Vollstipendium für ein
Masterstudium angenommen. Auch dann ließ ihre Unterstützung niemals nach. Einer der
bedeutendsten Momente meines Lebens war im Jahr 2025, als sie nach Japan reiste, um an
meiner Master-Abschlussfeier teilzunehmen – ein Traum, den ich mir nie hätte vorstellen
können.
Mit ihrer Hilfe und der Unterstützung dieser Organisation konnte ich ohne Angst oder Zögern
studieren. Ich studierte Informatik und Ingenieurwesen und erwarb meinen Abschluss in
Informationswissenschaft. Heute arbeite ich in Japan als Systemingenieurin und trete mit
Zuversicht und Dankbarkeit meine erste berufliche Stelle an.
Noch immer sorgt sie sich um mich und kümmert sich um mein Wohlergehen – wie es liebevolle
Eltern tun. Meine Reise – von einem kleinen Kind in Nepal zu einer berufstätigen Fachkraft in
Japan – wurde durch Freundlichkeit, Vertrauen und unerschütterliche Unterstützung möglich
gemacht. Dafür werde ich immer dankbar sein.


